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...und zwischendurch schreit mein Herz nach einem guten Buch!

Trotz vieler Termine (bin von morgens bis abends in Sachen eigener Buchhandlung unterwegs), Prospekte für den perfekten Einkauf wälzen, heißer Ohren nach stundenlangen Telefonatenen mit Verlagen, Zulieferern, Versicherungen und, und, und (ich! wo ich ungefähr genauso gern telefoniere wie Tiger Salat essen!), tränender Augen nach langen Sitzungen am Computer (auch keine Lieblingsbeschäftigung von mir) muß ich dennoch, immer irgendwann zwischendurch, was Schönes lesen.
Und richtig schön ist gerade Eines Menschen Herz von William Boyd.
Gott, tut das gut - mal eben kurz alles vergessen, Buch aufschlagen und abtauchen!
In Tagebuchaufzeichnungen (liest sich aber wie ein durchgehender Roman) wird hier eine abenteuerliche Geschichte erzählt von einen, der alles kann und alles macht. Manchmal, weil er muß -meistens, weil er will. Logan Mountstuart nimmt uns mit in sein aufregendes Leben - erst als begabter und gewitzter Student aus dem nach und nach ein Schriftsteller, Kunsthändler und Spion wird.
Ein Leben auf der Überholspur, dass Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts beginnt.
Und die Sprache!!! - großartig.
Weder kaputt noch sparsam, nicht lakonisch und schon gar nicht mit der Kunst des Weglassens (ist ja bei einigen zeitgenössischen Vertretern der Literatur gerade ganz groß in Mode - ich steh da überhaupt nicht drauf). Hier wird alles reingepackt, was erzählenswert ist und das sind immerhin fast 500 Seiten!
Wollte ich mal eben gesagt haben. Und jetzt? - les ich noch schnell was, bis zum nächsten Termin.
Und tschüss!

Tödliche Spiele - alle gegen alle, in einem Horrorszenario von Suzanne Collins "Die Tribute von Panem"


Na das ist doch mal was! - ein echter Kracher, klug und blutrünstig zugleich - dagegen sind alle "Bissbücher" die reinsten Lachnummern - und auch bei dem neuen Buch der Autorin, die vielen noch von der "Gregor und die graue Prophezeiung" Abenteuer-Reihe bekannt sein dürfte, gibt's ebenfalls eine schrecklich, schöne Liebesgeschichte - auch dagegen kann Stephenie Meyer nicht anstinken!
Allerdings braucht man echt starke Nerven und die Ekelgrenze sollte schön hoch sein!!! (die Protagonisten richten sich, im Kampf ums Überleben, ziemlich heftig zu, Mutanten reißen Köpfe ab)
Was passiert: eine ferne Zukunft, Nordamerika existiert nicht mehr, Kriege und andere Katastrophen haben alles mehr oder weniger zerstört - aus den Trümmern ist irgendwann Panem entstanden. Ein Staat, der aus mehreren kleinen Distrikten und einer fiesen allmächtigen Regierung besteht. Damit es niemand langweilig wird und alle immer schön daran denken, wer die Macht hat gibt es jedes Jahr einen großen Wettbewerb "Hungerspiele" genannt. Alle 12 Distrikte" dürfen" je 2 Spieler stellen, die allerdings nicht ganz freiwillig ausgelost werden - mangels Ausrüstung geben die Spieler der armen Distrikte schnell von selbst den Geist auf...
Dieses Mal jedoch ist alles anders. Zwei enorme Sympathieträgern aus dem ärmsten Distrikt gelingt es beim Einmarsch in die Arena durch einen cleveren Kniff das gesamte Publikum auf ihre Seite zu ziehen, denn das perfide an dieser Sache :"Big Brother is watching you" -
will heißen, die Nation hockt vor den Fernsehgeräten und verfolgt das grausame Spektakel.
Katniss, die freiwillig als Tribut für ihre kleine Schwester antritt und Peeta, der als Bäckersohn noch niemals auf die Jagd gehen musste, finden Sponsoren, die unbedingt wollen, dass einer von ihnen gewinnt...
Zuerst bilden beide ein Team, unterstützen sich gegenseitig und retten sich sogar hin und wieder das Leben. Als fast alle Gegner ausgeschaltet sind, stellt sich die Frage : er oder sie? - tja, Leute und dann kommt die Liebe ins Spiel...
Damit es aber nicht zu rührselig wird, gibt es zum Schluss noch einen ordentlichen Showdown -
Übrigens kann man sich freuen, es geht nämlich weiter!