Eierschlacht

Das also war Ostern!
Die Berliner Osterhasen waren ganz schön fleißig. Vielen Dank liebe Kunden und Freunde für die zahlreichen Ostereier! Kommt doch zwischendurch vorbei und wir schlachten dann gemeinsam das ein oder andere Schokoladenhäschen - allein schaff ich das nämlich nicht.
Zwischen Osterbraten und Schokoladeneiern gelesen:
Kathryn Stockett
Gute Geister
btb Roman
Mississippi in den 60er Jahren. Ein Roman über afroamerikanische Dienstmädchen und ihre weißen Arbeitgeber, über Rassentrennung und Herrenmenschen.
Ein echter Frauenroman, Männer können ruhig die Finger davon lassen. Ein Stück amerikanischer Geschichte und ein Entwicklungsroman über drei Frauen, die mit allen Konventionen brechen und etwas ganz Großes wagen. Ein Buch über Menschen und Menschenfresser.
Fast 600 Seiten, die einem Zeit und Raum stehlen!
Unverschämt gut und irre spannend!
Keine ganz große Literatur vielleicht aber ein Debut, dass es in sich hat!
Leider ist das Cover völlig daneben- geht gar nicht.
Hübsche Heckenröschen auf himmelblau, wie kann man nur...
Und wer sich schämt, dieses Buch öffentlich mit sich zu führen (ich könnt's verstehen) kann ja einen Schutzumschlag drum tun.
Oder lest es zu Hause, heimlich (würde ohnehin gut zur ganzen Geschichte passen) egal. Hauptsache, ihr lest dieses Buch!

Eiertanz

Der Osterhase steppt bei mir im Laden. Kaum zu glauben aber wahr! Deshalb: keine weiteren Lesetipps an dieser Stelle. Außer vielleicht die einzig wahre Ostergeschichte:
Hubert Schirneck
Wir, die Osterhasen!
Eine herrliche Verrücktheit über kränkelnde Oberosterhasen, Wein trinkende Füchse, schießende Hexen und extra lange Plüschohren.
Ich jedenfalls wünsche viele bunte Eier, gute Bücher im Nest und drücke den Hasen die Daumen, dass sie nicht erwischt werden!

So weit so gut - das war der "ELternabend" ! Montag vor Ostern ist geöffnet!

So weit, weil diesmal der weiteste "Elternabend"Besucher nicht aus Frohnau sondern aus dem schönen Wien kam! Ein Münchner noch direkt vom Bahnhof, ok - aber der lebt ja eigentlich in Berlin, zählt also nicht!
So gut, weil die Stimmung großartig war, alle Plätze besetzt waren, viel Wein und wenig Wasser geflossen ist und im Anschluss ziemlich heiß über "Angerichtet" von Herman Koch diskutiert wurde.
Der "Elternabend" hat sich ganz gut etabliert und auch "Nichteltern" nutzen zunehmend den schnellen Abriss ausgewählter Literatur.
Natürlich waren Angerichtet und Titos Brille die Stars des Abends. Alle Bücher sind "dann mal weg" aber bereits wieder nachbestellt und die Kunden üben sich in Geduld. Ab Mittwoch können beide Titel wieder im Stapel angerichtet werden!
Leider kann ich die Nachlese im Moment nicht senden, da es Schwierigkeiten mit dem Postausgang gibt. Sollte bis Dienstag der Schaden nicht behoben sein, füge ich die Liste einfach hier ein. Wahrscheinlich ist die Adressendatei zu groß geworden und ich weiß nicht so richtig, was ich jetzt machen kann. Vielleicht kann es morgen jemand richten, ansonsten lest es einfach hier nach!
Tipp bis zur Nachlese:
Sabina Berman
Die Frau, die ins Innerste der Welt tauchte
Verlag S.Fischer

Was für ein irres Buch!
Ein Kaspar Hauser Mädchen aus dem Meer. Vom autistischen, kratzbürstigen Wildfang zur First Lady des Fischfangs, zur Herrin der Thunfischfabrik des Großvaters.
Neopren ist ihr angenehmer als Samt und Seide und wenigstens unter Wasser hat man seine Ruhe.
Nachhaltigkeit versus Globalisierung, High Tech gegen sanften Fischfang und die Frage, was die Welt im Innersten zusammenhält, bestimmen den Tenor der Geschichte. Ein unbändiges Frauenzimmer zeigt der Welt den Finger, den berühmten und lässt den Fischen am Ende die Freiheit selber zu entscheiden, wo sie enden wollen...
"Free Willy" aus der Dose!
Ganz großartig!
Unbedingt lesen!
Und dann noch:
am Montag vor Ostern ist geöffnet! Von 10 - 19 Uhr!

Ab durch die Mitte !

Am Samstag haben wieder mal zwei "Ehemalige" aus Mitte, den Weg in die Dunckerstraße gefunden!
"Gute Bücher gute Beratung" überzeugt dann doch. Schön wars und meine liebe Frau D. wird wiederkommen und Herr v. L. auch. "So weit ist's eigentlich gar nicht" war der Tenor und lohnen tät sichs allemal!
Find ich auch!
Gute Kinder- und Jugenbuchberatung geht eben doch nicht so nebenbei. Die Kunden merkens irgendwann und mich freut jede, noch so späte Erkenntnis. Eine große Überraschung und ein freudiges Wiedersehen war's obendrein. Die Bücher für erwachsene Leser wurden dann auch gleich mit "eingetütet" - man kennt sich schließlich schon seit vielen Jahren.
Zwischen Ökomarkt, Spielplatz und Kaffeesieren in der Bäkerei, wird der Besuch in meiner Buchhandlung einfach mit eingeschoben. Die Samstage haben sich mittlerweile zum Mittetreff im Prenzlberg entwickelt.
Der "harte Kern der Ehemaligen" kommt ja schon lange in die Dunckerstraße und so nach und nach sind wir wieder alle beisammen.
Buchtipp ?
Gibt's heute nicht!
Mittwoch, 6. April ab 19.30 Uhr ist "Elternabend" in der Buchhandlung!
Da kriegt ihr bei Wein und Wasser alles vorgestellt, was gut und wichtig ist.
Und wer nicht kommt ist selber schuld!

Sagenhaftes Island


So heißt das Motto der Buchmesse, im Herbst in Frankfurt. Wer sich schon jetzt eingrooven will, sollte Das Gleissen der Nacht von Sjón aus dem S.Fischer Verlag lesen. Surrealistische Lyrik, Songs für Björk im Lars von Trier Film Dancer in the Dark und der Literaturpreis des Nordischen Rates für Schattenfuchs, stehen für Sjòn.
Im 17 Jahrhundert streift Jonás durch die Dunkelheit Islands, am Ende der Welt.
Runen,Hexen, Seeräuber und baskische Walfänger, treiben Jonás von einem Abenteuer ins andere. Sein Anderssein lässt ihn im Zeitalter der Mystik und Magie, ein ausgestoßenes Dasein führen. Der Heiler als nicht erkannter Held, erklärt sich und dem Leser die Schöpfungsgeschichte neu und beschreibt seinen dunklen Weg.
Zwar gilt die lutherische Lehre doch die Leute glauben mehr an Ungeheuer, Märchen und Teufelswerk.
Ein verlorenes, felsiges Stück Insel im Meer. Enorme Naturgewalten. Alles hat seine eigene Sprache.
Mythos Island!
Und am Ende kommt ein wunderbarer, großer Wal...
Lesen?
Warum nicht!




Attacke!!!

Wer nicht gerade zum Lachen in den Keller geht, sollte sich und den Rest der Familie mit diesen wunderbaren Kinderreimen beglücken.
Franz Hohler
Es war einmal ein Igel
Großartig illustriert von Kathrin Schärer
Hanser Verlag

Es war einmal ein Schwein
Das liebte roten Wein

War eine Flasche zu
dann gab es keine Ruh.

War eine Flasche offen
War es schon bald besoffen.



Es war einmal ein Huhn
Das hatte nichts zu tun.

Da sagte ihm Frau Meier:
"Komm, leg mir doch zwei Eier!"

Da ging das Huhn ins Klo
Und sagte laut:"So, so!"

Die Eier legt es munter
Und spült sie dann hinunter.

Am liebsten würde ich alle Gedichte hier aufschreiben. Jeder Nonsensreim ist eine Wucht für sich.
Und sieht man dann noch das beseelte Schwein vor der Weinflasche sitzen oder das angestrengte Huhn auf dem Lokus hocken, weiß man:
Hier waren zwei Seelenverwandte am Werk. Da passt alles zueinander und was nicht passt, wird passend gemacht!
Braucht man dieses Buch?
Unbedingt!!!

Save the Date! - "Elternabend"

Das Frühjahr kommt und jede Menge neue Bücher sind da! Genau die richtige Zeit für den ersten "Elternabend" in diesem Jahr.
Außerdem muss die Erweiterung des Buchladens noch gebührend gefeiert werden!
Am Mittwoch, den 6. April ab 19.30 Uhr, möchte ich mich mit euch bei Wein und Wasser amüsieren und die schönsten, neuen Bücher vorstellen.
Nina Sottrell wird erfreulicherweise mit von der Partie sein!
Die offizielle Einladung kommt, wie immer, noch per mail!

Wer sich bis dahin alleine amüsieren will, sollte unbedingt zu
Titos Brille von Adriana Altaras greifen.
"Die Geschichte meiner strapaziösen Familie" erzählt uns Frau Altaras so gut, dass wir dabei gehörig unsere Lachmuskeln strapazieren.
Von Exil, absurden jüdischen Traditionen und Neurosen, ungleichen Schwestern,westfälischen Ehemännern, liebeskranken Freunden und einer herrlichen Heldendemontage erzählt dieses unglaublich gute Buch. Eine anrührende Familiengeschichte, die sich durch das Europa des 20. Jahrhunderts zieht, kein Auge trocken lässt und dabei niemals peinlich, anmaßend oder übertrieben ist. Schön unorthodox, herrlich chaotisch und wäre Frau Altaras nicht in Zagreb geboren und in Italien aufgewachsen, würde man sagen: very british!
Braucht man dieses Buch?
Jaaa !!! Eindeutig!
Wer sich gerne etwas heftiger amüsiert, der sollte sich von
Dan Vyleta, Der stumme Zwilling
schnappen. Super spannend, irre gut geschrieben - der reinste Pageturner !
Statt Berlin, diesmal Wien - im Oktober 1939. Am "Fenster zum Hof" beobachtet eine junge Frau mysteriöse Geschehnisse. Kurz nach Kriegsbeginn gibt es eine Reihe grauenhafter Morde aufzuklären.
Nazis, Kollaborateure, Spitzel und Spione - das ganze Personal, dass man aus dieser Zeit kennt, tritt in diesem außerordentlichen Kabinettstück auf.
Eingefügte Massenmörder Psychogramme lassen den Roman ganz echt und sehr zeitnah erscheinen.
Immer wieder nimmt die Geschichte überraschende Wendungen. Bedrückend, unheimlich und ganz schön eklig manchmal.
Und dennoch lässt einem das Schicksal der kleinen Anneliese und der schönen Zuzka keine Ruhe.
Ein echter Roman Noir und ja, Alfred Hitchcock lässt ordentlich grüßen
Und nein, Licht aus und schlafen geht gar nicht - Augenränder garantiert!
Braucht man das?
Nö, reiner Luxus - aber der ganz großen Extraklasse!
Lesen!!!

"Ich glaub, es hackt".

War die Antwort von Wir sind Helden, auf eine Anfrage der Bild-dir deine-Meinung-Zeitung, bei so einer bescheuerten Bild-lesen-alle-egal-ob-doof-oder-prominent-Kampagne mitzumachen.
Wie man darauf kommt, ausgerechnet Wir sind Helden zu fragen ist mir absolut schleierhaft. Aber egal, man kann die Helden weiterhin "mit nach Hause bringen"...dank der wunderbaren Absage mit meinem alten, neuen Lieblingskommentar: Ich glaub, es hackt...

Über ganz andere Helden liest man in dem Kracher von
Herman Koch, Angerichtet, Kiepenheuer & Witsch
Wie dehnbar ist der Begriff Moral? Wie gut kennt man eigentlich seine eigenen Kinder? Wie weit darf man gehen?
Zwei Brüder sitzen mit ihren jeweiligen Frauen im Sternerestaurant und arbeiten sich Gang für Gang dem familiären Showdown entgegen.
Die entgleisten Sprösslinge sind, mit einer Performance ihrer misslungenen Sozialisation, im Internet zu sehen. Nur die Eltern könnten ihre Brut eindeutig identifizieren...Bei dem Ausmaß des Delikts eigentlich überhaupt keine Frage, der Sachverhalt müsste verifiziert und der Polizei übergeben werden.
Beide Familien hätten viel zu verlieren. Der eine ist angesehener Politiker, steht kurz vor Neuwahlen. Der andere ehemaliger Lehrer, der selbst einige Leichen im Keller hat. Die Mütter weigern sich ihre Lieblinge mit dem in Verbindung zu bringen, was sie auf YouTube gesehen haben. Und die Zukunft der 15jährigen wäre ohnehin für immer ruiniert. Alle wollen für ihre Kinder nur das Beste. Was ist das Beste in diesem Fall und wie weit darf man dafür gehen?
Eine brillante Familientragödie, die einen nicht in Ruhe lässt, bevor man das Buch ausgelesen hat. Und auch danach denkt man noch lange darüber nach. Wie würde man selbst in so einer Situation reagieren?
Eigentlich keine Frage aber...
Leute und vor allem: Erzieher, Lehrer, Eltern lest dieses Buch!
Vergesst nicht, immer mal wieder die Namen eurer Sprösslinge auf YouTube einzugeben. Damit ihr wisst, was wirklich läuft!
Ein echt krasses Buch.
Aber richtig gut.
Lesen!!!

Berlin, Berlin! Wir fahren nach Berlin!


Warum ist Berlin immer wieder Mittelpunkt vieler Geschichten? Klar, weil es eine aufregende Stadt ist!
Immer wieder macht es Spaß in Berlin über Berlin zu lesen.
Und Geschichte und Berlin ist hier aufs Beste verknüpft.
Jetzt und heute wegen Adam, der 1938 ein jüdischer 18jähriger Träumer ist. 2004 in Berlin kann erzählt werden weil Großmutter Edda jüdische Matrone, Schlachtschiff und Vollblutweib 1938 die richtigen Verbindungen knüpft und die klügsten Entscheidung trifft...
Nicht immer geht alles gut aus und manchmal ist es kaum auszuhalten, wieder und wieder über das größte Verbrechen an der Menschheit zu lesen. Wäre da nicht die unerschrockene, humorvolle, herrliche Amazone Edda...
Eine Geschichte über Familienbande, Wahlverwandschaften, Emigration, Dableiben und Verschwinden und eine Geschichte vom Suchen und Wiederfinden. Gegenwart und Geschichte sind so eng miteinander verwoben wie Edward 2004 und Adam1938...
Ein irres Buch!!!
Nehmt Euch einen Tag frei Leute und taucht ein, in eine große, traurig-schöne Familiengeschichte!
Und danke an den Stern des Diogenes Verlags: Edda Striemer, dass Sie mir nochmal dieses Buch ans Herz gelegt haben - was hätte ich verpasst!

Fight for it !

Eine Soldatin in Afghanistan.
Esther, enttäuscht von Liebe und Leben geht zur Bundeswehr. Schnell wird klar: auch hier wird der Alltag von Frühstück,Mittagessen und Abendbrot bestimmt. Trügerische Langeweile, brutale Hitze und beständige Angst vor Anschlägen sorgen für krasse Stimmung im Lager. Als Esther die Aufgabe übernimmt eine Schule zu sichern, stehen gefährliche Patrouillenfahrten auf dem Wochenplan. Nach und nach freundet sich Esther mit dem afghanischen Schulleiter an und verliebt sich in ihn.
Durch einen Hinterhalt werden Esther und ihre Fahrer überfallen - Soldaten und Zivilisten werden getötet und schwer verwundet.
Plötzlich ist Krieg, plötzlich ist alles anders und die Ereignisse überschlagen sich...

Für was lohnt es sich im Leben zu kämpfen? Wie weit darf man gehen? Wieviel hält man aus?
Starke Geschichte - go for it!

Dirk Kurbjuweit, Kriegsbraut
Rowohlt, März 2011

Und außerdem auch von Herrn Kurbjuweit unbedingt lesen:
Nicht die ganze Wahrheit
Zweier ohne


Pausen haben große Brüste

Siri Hustvedt: Sommer ohne Männer (erscheint im März 2011)
Eine messerscharfe Abrechnung mit dem starken Geschlecht!
Nach 30 Jahren Ehe legt Ehemann Boris eine kreative und weitaus jüngere Pause ein. Die verlassene Mia dreht ziemlich durch und reist, samt schwerer Depression, in ihre Geburtsstadt.
Ein Kaff in Minnesota und die die Nähe zu ihrer Mutter sollen's richten.
Als die letzten Tränen versiegt sind, packt Mia ihr Schicksal beim Schopf und sieht es als Chance.
Sie schreibt alles auf, was ihr zum Thema Boris im Besonderen und Männer, Liebe, Beziehung und Sex im Allgemeinen durch den Kopf geht. Verwurstet alles gleich noch in einem Seminar über Lyrik - selbst das liest sich überhaupt kein bisschen konstruiert.
Und über die Phänomenologie des Sexualverhaltens in der Tierwelt lernen wir auch gleich noch einiges...
Trennung kann auch Befreiung und Neuanfang sein!
Kein larmoyantes Ich-bin-verlassen-worden-und-komme-nicht-mehr-klar-Befindlichkeitsgeschreibsel sondern ein taffes, manchmal komisches, Plädoyer für die Eigenverantwortlichkeit der Frau. Denn am Ende erzählt uns Frau Hustvedt ja nichts Neues. Wer in einer langen, guten Beziehung lebt hat Glück. Doch: jüngere "Pausen" wird es immer geben und Frauen, die von ihren Liebsten verlassen werden, weil sie keine Kinder mehr bekommen können oder wollen, weil sie älter statt jünger werden oder einfach weil ein neues, hübsches Gesichtchen daherkommt, ebenso.
Wer nicht lernt sein Glück in sich selbst zu finden hat schlechte Karten.
Am Ende kann man sich nur auf sich selbst verlassen und Männer sterben, statistisch gesehen, ohnehin vor den Frauen!

Braucht man dieses Buch?
Ja, unbedingt !

Und jetzt noch was aus dem Kiez:
Stammkundin der ersten Stunde Frau P. (wir erinnern uns bitte an die "support your local dealer
prior & mumpitz" t-shirts!) hat meiner Buchhandlung wieder ein unglaublich tolles Geschenk gemacht! Danke liebste Frau P. das war eine sehr beherzte Heldentat.
Ein echter Zugewinn, erfreut mich täglich, hält mich wach, ist ziemlich lecker und hätte ich mir so schnell nicht geleistet!
Was es ist?
Müsst Ihr schon selber rausfinden!

Liebe Hass und die üblichen Verdächtigen - noch nicht erschienen aber schon gelesen:


Egal ob ein Sommer ohne Männer (Siri Hustvedt, 2011) zu erwarten ist, die Geschichte von Léon und Louise (Alex Capus, 2011 - super!) oder Schattenfangen von Louise Erdrich. Immer wieder geht es um die Geschichte der Liebe in all ihren Facetten.
Absolute Klasse hat hier Louise Erdrich.
Krass, packend verstörend und hoffnungsvoll zugleich. Wenn aus Liebe Hass wird.
Eine schöne Familie mit drei Kindern. Er ist ein angesehener Künstler, sie seine hochstudierte Muse, gute Mutter - Alkoholikerin.
Alles sehr intellektuell, sehr kultiviert und ziemlich beschissen. Es gibt Auseinandersetzungen und tätliche Übergriffe des Vaters, die auch vor dem ältesten der Kinder nicht halt machen.
Während die Hunde ständig auf dem Sprung vor der Tür sitzen, legt die Tochter im Keller ein Survivallager an.
Das Wort Scheidung hängt als Damoklesschwert über der ganzen Familie.
Der besondere Kniff an dieser Geschichte ist, dass Irene zwei Tagebücher führt:
eins liegt sicher in dem Schließfach einer Bank und enthält ihr wirkliches Leben, ihre wirklichen Gedanken und Gefühle und eins liegt schlecht versteckt zu Hause.
Seit Irene weiß, dass ihr Mann heimlich ihr Tagebuch liest, schreibt sie nur für ihn um zu provozieren - ihn zu verunsichern und zu quälen. Doch auch Irene stolpert über ihre eigenen Fallen.
Louise Erdrich at its best! - unbedingt lesen!

West- Berlin war nicht Westdeutschland - Hausers Zimmer

Tanja Dückers hat mit ihrem neuen Buch Hausers Zimmer (Schöffling Verlag, Februar 2011) ganz klar den Ratten und Tauben von Berlin ein kleines Denkmal gesetzt. Die gehörten damals genauso zu West-Berlin wie das Kranzler und Christiane F.
Hinterhöfe in und um die Kantstraße waren schmutzig, voller Mülltonnen, Pennern, Junkies, Tauben und Ratten.
Bürgerlichkeit und Anarchie wohnten Tür an Tür - ordentlich renovierte Wohnhäuser standen gegenüber von Ruinen. Alles hatte seinen Platz, seine Berechtigung und seine Faszination.
Julika wohnt gegenüber von Hausers Zimmer. Beobachtet ihn und träumt sich samt Hardrocker Hauser nach Patagonien oder zumindest auf das Bett unter der Hawaii Fototapete.
Die Eltern, extrem locker im Umgang mit Erziehung, häuslicher und körperlicher Sauberkeit, bieten dem Mädchen ein echtes Spektrum der 80er Jahre.
Viel Kunst, viel Politik alles wird ausdiskutiert und dennoch - für einen heranwachsenden Menschen ist alles, was mit zu Hause zu tun, hat klein und eng und peinlich.
Auf der anderen Seite ist das Gras immer grüner - oder orange, wie das geheimnisvolle Licht in Hausers Zimmer.
Berlin in den 80er Jahren war doch irgendwie anders als Westdeutschland. Klar, die Musik war gleich, die hässlichen Klamotten die grauenhaften Haarschnitte und dennoch - Berlin war Insel und das war das Besondere. Alles schien intensiver, aufregender und geheimnisvoller. Ein schönes Porträt dieser Zeit und einer Stadt, die man so überhaupt nicht mehr auf dem Schirm hat. Wenn man das Buch zuschlägt denkt man : Mist, wieso bin ich eigentlich nicht schon viel eher in dieses verdammte Berlin gezogen? Marschiert den Westen nochmal ab und kann's nicht fassen: alles schick, alles weg - schade!

Eine Buchhandlung ist eine Buchhandlung ist eine Buchhandlung

Coach Potatos können sich freuen!
Ab sofort gibt es ein gemütliches Sofa zum Lesen und Lümmeln. Freund J. hat's möglich gemacht und kurzerhand sein Ledersofa spendiert.
B. und Ch. haben es transportiert und plaziert und ganz nebenbei bis tief in die Nacht noch die letzten Spuren der Kinderkleidung mit mir beseitigt. Löcher gebohrt, andere zugeschmiert, Regale standfest gemacht, hier und da mit frischer Farbe ausgebessert und und und...
Ach Jungs, was würd ich nur ohne euch machen - danke für euren beherzten Einsatz! Die nächste Samstagsrunde auf dem Sofa mit Galao und portugiesischen Leckereien von gegenüber geht natürlich auf mich.
Was gibt's noch?
Eine richtige Spielecke für die lieben Kleinen gibt es! Gleich gegenüber dem Sofa, damit jeder seine Sprösslinge auch schön selber im Auge behalten kann. Und hier kann ich mich bei meinem Patenkind bedanken. Ganz heroisch hat er sich von seinem Spielzeug getrennt und du hattest Recht Fynn: das Batmobil ist der Knaller!
Ein bisschen Mädchen-Mädchen fehlt noch. Autos, Gabelstapler & Co. dominieren im Moment noch die neue Spiellandschaft. Wer also etwas rosarot ins Spiel bringen kann: nur keine falsche Zurückhaltung!
Bald gibt es an gewohnter Stelle auch wieder Tipps zum Lesen. Im Moment bin ich noch mit "Umbau" und Einkauf beschäftigt.
Eines sei an dieser Stelle aber bereits verraten. Bald kommen die ersten neuen Schätze ! Traumschöne Bilderbücher (hätt ich am liebsten alle gleich da behalten) hab ich geordert. Und für die erwachsenen Leser ist ebenfalls Einiges dabei. Das wird ein Fest, wenn die neuen Bücher hier eintrudeln und wahrscheinlich Anlass für den ersten Elternabend in diesem Jahr!
Auf die geänderten Öffnungszeiten habe ich bereits hingewiesen. Nina Sottrell wird Donnerstags zur gewohnten Zeit im Laden sein (so geht sie mir und euch überhaupt kein bisschen verloren-Gott sei Dank) und ansonsten bleibt alles wie gehabt.

Das war's- weiter geht's !

Liebe Kunden und Freunde,
Euch allen wünsche ich ein großartiges, gesundes und lesefreudiges neues Jahr. Danke für die wunderbare Unterstützung und Euren Mut neue literarische Wege zu gehen. Danke für die vielen Glückwünsche zum Jahresende, die leckeren und entspannenden Aufmerksamkeiten. Danke für die vielen herzlichen Karten und Worte - Ihr habt mich reich beschenkt und mich bestätigt! Das hat gut getan und mir neue Kraft für ein neues Jahr gegeben.
Es wird eine zusätzliche Veranstaltungsreihe geben, weitere altbewährte Elternabende, regelmäßige Leseclubtreffen, Sommer- und Geburtstagsfeste und mehr Platz für Bücher!
Prior & Mumpitz verabschiedet sich von der Kinderkleidung und erweitert die Büchervielfalt. Kinderwagen & Co bekommen mehr Raum, es wird eine Spielecke geben und einen bequemen Leseplatz.
Außerdem ändern sich die Öffnungszeiten am Samstag: von 10-16 Uhr wird in Zukunft geöffnet sein.
Diese Änderung hat sich aus der Erfahrung des vergangenen Jahres ergeben.
Ansonsten bleibt alles wie gehabt!
Ich freue mich auf ein neues Bücherjahr, ganz im Sinne von Friedrich K. Waechter : Wir können noch viel zusammen machen!